Grōw · die Regeln

Was du sagen und tun darfst, und was nicht

Die Regeln sind nicht da, um dich zu ärgern. Sie schützen dich, deine Kunden und das Handwerk.

Wer mit ätherischen Ölen baut, bekommt es mit zwei Sorten Regeln zu tun: dem europäischen Recht und den Hausregeln des Unternehmens. Die meisten Builder lernen sie erst kennen, wenn es irgendwo knirscht, und das ist schade, denn wer sie kennt, baut ruhiger. Hier die Fragen, die dazu am häufigsten kommen, in normaler Sprache.

Zur Klarheit vorweg: Ich bin selbst Partnerin bei dem Unternehmen, um das es hier geht. Und diese Seite ist die Erklärung einer Kollegin, keine Rechtsberatung; die offiziellen Dokumente sind immer führend.

„Was darf ich über ätherische Öle sagen und was nicht?“

Die Grundregel ist einfacher, als du denkst, und strenger, als du hoffst: In der EU sind Gesundheitsaussagen verboten, sofern sie nicht offiziell zugelassen sind. Das ist genau umgekehrt wie in Amerika, wo viel von dem Content herkommt, den du online siehst. Amerikanische Texte kannst du hier also nicht übernehmen.

Was ist erlaubt? Alles, was über das Erleben geht. Der beruhigende Duft von Lavendel im Diffuser. Ein erfrischendes Aroma für den Start in den Tag. „Unterstützt einen gesunden Lebensstil.“ Ein Moment Ruhe nach einem vollen Tag. Und für die Haut ist kosmetische Sprache erlaubt: pflegt, macht weich, spendet Feuchtigkeit.

Was ist verboten? Krankheiten und Beschwerden nennen, in jeder Form. Kein „behandelt“, „heilt“ oder „beugt vor“, kein „antibakteriell“ oder „antiviral“, kein „stärkt das Immunsystem“. Und pass auf: Es geht auch um das, was du nahelegst. Ein Vorher-nachher-Foto, ein Erfahrungsbericht, in dem jemand eine Beschwerde beschreibt, oder „viele merken, dass es hilft bei...“ mit einer Krankheit dahinter: Das alles zählt als Aussage.

Das Unternehmen hat dafür einen eigenen, offiziellen Leitfaden mit Beispielsätzen pro Produkt: der Claims-Leitfaden (PDF). Druck ihn aus und leg ihn neben deine Texte; er gehört zu den nützlichsten Dokumenten überhaupt.

„Darf ich sagen, dass ein Öl bei etwas hilft?“

Nicht, wenn dieses „Etwas“ eine Beschwerde oder Krankheit ist. Und ich weiß, wie unlogisch sich das erst anfühlt, denn du willst einfach ehrlich erzählen, was du erlebst.

Der Unterschied liegt zwischen Erfahrung und Versprechen. „Ich rolle diese Mischung jeden Abend auf meine Handgelenke und ich liebe sie“: Das ist deine Erfahrung, und die darfst du teilen. „Dieses Öl hilft gegen schlechten Schlaf“: Das ist ein Wirkversprechen, und das ist verboten, auch wenn du es selbst so erlebst. Sprich also über den Duft, das Ritual und den Moment, und lass das Produkt nichts versprechen.

Das gilt überall, wo du schreibst und sprichst: auf deiner Seite, in Nachrichten, in Gruppen und in Kommentaren. Schau auch ab und zu, was andere unter deine Beiträge schreiben, denn ein Kommentar voller medizinischer Behauptungen auf deiner Seite ist auch deine Verantwortung. Löschen ist in Ordnung, mit einem freundlichen Wort dazu.

„Darf ich auf Social Media oder Google Werbung schalten?“

Werben ist erlaubt, aber du hast es mit zwei Schiedsrichtern gleichzeitig zu tun.

Der erste ist das Unternehmen. Der Markenname darf nicht in Titel, Überschriften oder Seitennamen deiner Kanäle, und eine Seite oder ein Kanal, der nach der Marke benannt ist, ist gar nicht erlaubt. Überall muss erkennbar sein, dass du der Absender bist und nicht das Unternehmen selbst. Und ungefragte Massennachrichten sind verboten, auch an Menschen, die einmal bei einem Workshop waren.

Der zweite ist die Plattform selbst. Werbeplattformen sind streng bei Gesundheitsaussagen und bei allem, was nach Verdienstversprechen klingt, und da fällt diese Branche schnell hinein. Eine Anzeige, die durch die Regeln des Unternehmens kommt, kann also trotzdem von der Plattform abgelehnt werden.

Der sicherste Weg: Bau und wirb unter deinem eigenen Namen, mit deinen eigenen Geschichten und deiner eigenen Website, und schau vor dem Start in die Richtlinien für dein Land im Backoffice des Unternehmens. Dann wirbst du mit etwas, das dir gehört, und das funktioniert auf lange Sicht ohnehin besser.

„Darf ich die Marke auf meiner eigenen Website nennen?“

Ja, das ist erlaubt, mit ein paar klaren Bedingungen. Der Markenname darf nicht in deine Domain, und auch nicht in die Titel und Überschriften deiner Seiten. Deine Website muss erkennbar deine eigene sein; Besucher dürfen nicht denken können, sie seien auf einer Seite des Unternehmens, also machst du deutlich, dass du die Eigentümerin oder der Eigentümer bist. Verwendest du offizielles Bildmaterial oder Markennamen im Text, gehört ein sauberer Quellenhinweis dazu. Und du brauchst eine Datenschutzerklärung, die dem europäischen Datenschutzrecht entspricht.

Außerdem bekommt jeder Builder vom Unternehmen eine persönliche Bestellwebsite geschenkt, auf der Kunden direkt bestellen können. Eine eigene Website ist also keine Pflicht; sie ist etwas, das du danebenbaust, wenn du mehr erzählen willst als nur bestellen. Du siehst es hier im Kleinen: Dieses Buch und diese Website nennen die Marke bewusst nirgendwo beim Namen, und das ist kein Zufall.

„Darf ich einen eigenen Webshop eröffnen?“

Verkaufen ist erlaubt, aber der Ort macht den Unterschied. Der Verkauf über Marktplätze und Auktionsseiten, denk an Amazon oder eBay und vergleichbare Plattformen, ist verboten. Erlaubt ist der Verkauf über deine persönliche Bestellwebsite des Unternehmens, oder über eine eigene Website, die die Bedingungen aus der vorigen Frage einhält.

Auch wichtig: Produkte bleiben in ihrer Originalverpackung. Umverpacken, eigene Etiketten kleben oder ein Kit aufteilen und die Fläschchen einzeln verkaufen ist verboten. Und willst du Produkte in einem Laden oder einer Praxis anbieten, geht das nur mit schriftlicher Genehmigung; für Betriebe, die mit den Produkten arbeiten, wie ein Spa, ein Salon oder ein Fitnessstudio, ist der Raum größer.

Und ganz ehrlich: Auch dort, wo ein Webshop erlaubt ist, ist er meistens einfach keine gute Idee. Mit einem eigenen Shop bekommst du einen ganzen Stapel Regeln und Pflichten dazu, vom Verbraucherrecht bis zur Verwaltung. Und du machst dir dein eigenes Business damit kaputt: Ein Kunde, der in deinem Webshop kauft statt über ein eigenes Konto, zählt nirgendwo in deinem Vergütungsplan. Du willst ja gerade, dass Menschen ihr eigenes Konto eröffnen; sie bestellen und bezahlen selbst, und du baust. Wie das funktioniert, hast du bei „Muss ich Ware auf Lager kaufen?“ gelesen.

„Welche Regeln gelten für Menschen aus anderen Teams?“

Kaffee trinken, Freundschaften, zusammen zu einem Event, voneinander lernen: alles in Ordnung, und genau das macht dieses Handwerk warm. Zwei Dinge sind verboten, und beide schützen das Bauwerk aller, auch deins.

Das erste: bestehende Mitglieder in deine Linie holen. Wer schon ein Konto hat, oder in der letzten Zeit eines hatte, gehört zu dem Team, in dem er gestartet ist. Überreden, locken oder „einfach kurz neu einschreiben“ ist verboten, auch wenn die Person selbst darum bittet, und auch indirekt über deine Website. Das zweite: Mitglieder für ein anderes Unternehmen oder ein anderes Business ansprechen. Auch das zählt schon, wenn die andere Person anfängt und du mitgehst.

Und dann das ehrliche Stück, denn auch das gehört hierher: Manchmal ist Wechseln verständlich. Wer an einem Ort eingeschrieben ist, an dem es keine Hilfe und keine Begleitung gibt, hat es als Kunde schon ungemütlich und als Builder wirklich schwerer, denn ohne aktives Team baust du allein. Wechseln geht, aber nur über den offiziellen Weg: ein halbes Jahr vollständig aufhören (nach einem höheren Rang gilt eine längere Frist) und danach ganz von vorn beginnen, ohne die eigene Downline anzusprechen oder mitzunehmen. Das ist ein schwerer Weg, und genau deshalb lohnt es sich, am Anfang gut zu wählen, bei wem du startest.

Was tust du also, wenn jemand aus einem anderen Team bei dir anklopft? Warm empfangen, und dann warm an die eigene Begleitung zurückverweisen. Das fühlt sich manchmal streng an, bis dir einfällt, dass dieselbe Regel dein Team schützt an dem Tag, an dem es jemand bei dir versucht.

Die Checkliste für deine eigenen Beiträge

Ich arbeite an einer kurzen Checkliste, die du vor jedem Beitrag einmal durchgehst: passt es zu den Regeln, ja oder nein. Die verschicke ich über die monatliche Grōw-Mail, sobald sie fertig ist, zusammen mit jeden Monat einem Stück Vertiefung, das nicht ins Buch gepasst hat. Trag dich ein, dann verpasst du sie nicht.

Mehr Fragen? Die Fragen, die alle stellen haben eine eigene Seite, und die Zahlen und Ränge findest du im Online-Appendix.

Diese Seite ist Erklärung, keine Rechtsberatung und kein offizielles Plandokument. Die offiziellen Dokumente des Unternehmens und das geltende Recht sind immer führend, und Regeln können sich ändern. Produkterfahrungen sind persönliche Erfahrungen; sie versprechen nichts darüber, was ein Produkt bei dir tut.