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Übelkeit im ersten Trimester: Was hilft auf natürliche Weise?

Ingwer, dein Blutzucker, Düfte und Ruhe: was Forschung und Hebammenpraxis über Schwangerschaftsübelkeit zeigen, ohne Versprechen, die niemand halten kann.

Niemand sagt dir vorher, dass „Morgenübelkeit“ ein optimistischer Name ist. Für viele Frauen ist es eher ein Ganztagsprojekt, mit einem Höhepunkt in Momenten, die dein Kalender nicht eingeplant hatte. Wenn du gerade mit einem Cracker neben dem Bett lebst: Dieser Text ist für dich.

Zuerst das Wichtigste: Übelkeit im ersten Trimester ist völlig normal und sagt nichts darüber aus, wie gut du das machst. Und es gibt Dinge, die du ausprobieren kannst und die deine Tage milder machen. Keine Wundermittel, aber Knöpfe zum Drehen.

Was die Forschung über Ingwer zeigt

Ingwer ist die am besten untersuchte natürliche Möglichkeit bei Schwangerschaftsübelkeit. Eine Meta-Analyse im Nutrition Journal (Viljoen und Kollegen, 2014) legte zwölf Studien nebeneinander und sah, dass Ingwer die Übelkeitsbeschwerden im Vergleich zu Placebo verbesserte, während die Zahl der Male Erbrechen nicht deutlich abnahm. Weniger übel also, und keine Garantie, dass das Erbrechen aufhört. So ehrlich will ich mit dir sein.

Die große Cochrane-Übersicht von Matthews und Kollegen (2015) zu diesem Thema ist noch vorsichtiger: Die Belege für die meisten Mittel gegen Übelkeit, Ingwer und Vitamin B6 eingerechnet, sind begrenzt und nicht eindeutig. Das heißt nicht, dass es bei dir nicht helfen kann; es heißt, dass du es ausprobieren darfst, ohne ein Wunder zu erwarten. Denk an Ingwertee aus frischem Ingwer oder Ingwerkekse ohne Zuckerbombe; wenn du Ingwerkapseln nehmen willst, besprich die Dosierung kurz mit deiner Hebamme.

Der Knopf, über den kaum jemand spricht: dein Blutzucker

Im Buch widme ich dem ein ganzes Kapitel, und in Petras Praxis kommt es immer wieder vor: Viele Frauen fühlen sich umso elender, je länger ihr Magen leer ist und je weiter ihr Blutzucker sinkt. Dieses leere Gefühl um sieben Uhr morgens und die Welle Übelkeit kurz danach sind oft miteinander verwandt.

Was dann hilft, ist simpel und unspektakulär: kleinere Portionen, öfter am Tag, mit Eiweiß dabei, damit dein Blutzucker ruhige Hügel macht statt Spitzen und Täler. Der Cracker neben deinem Bett ist also kein Schwächezeichen, sondern Strategie; iss etwas Kleines, bevor du aufstehst, und schau, was mit der ersten Welle passiert. Wie du Mahlzeiten so aufbaust, steht im Buch und im Blog über die Essreihenfolge hier auf der Seite.

Düfte: dein schärfster Sinn als Werkzeug

Dein Geruchssinn steht im ersten Trimester auf Maximum, und das wirkt in beide Richtungen. Den Geruch, der dir übel macht, kennst du inzwischen. Aber viele Frauen entdecken auch einen Duft, der gerade Luft gibt; in Petras Praxis ist das auffallend oft etwas Frisches wie Zitrone oder Pfefferminze. „Nimm den guten Duft in der Tasche mit“, sagt sie dann, „und lass jemand anderen den Kühlschrank aufmachen.“ Ein Taschentuch mit einem Tropfen, oder einfach eine frische Zitrone anschneiden: Es klingt fast zu häuslich, um wahr zu sein, und trotzdem ist es für manche Frauen der Unterschied zwischen einem Mist-Tag und einem tragbaren Tag. Ob es bei dir wirkt, weißt du innerhalb eines Tages, und das macht dieses Experiment so dankbar.

Und außerdem: Ruhe, wirklich

Müdigkeit macht Übelkeit schlimmer, das merkst du von selbst am Ende eines zu vollen Tages. Das erste Trimester ist Spitzensport, den niemand sieht; in dir wird ein kompletter Mensch angelegt, während du einfach in Besprechungen sitzt. Plane Ruhe, als wäre sie ein Termin.

Hält die Übelkeit dich aus deinem normalen Leben fern, kannst du Flüssigkeit nicht bei dir behalten oder nimmst du ab, dann melde dich bei deiner Hebamme. Dafür ist sie da, auch hierfür.

Häufige Fragen

Hilft Ingwer wirklich gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Forschung (darunter eine Meta-Analyse aus 2014) sah, dass Ingwer Übelkeitsbeschwerden im Vergleich zu Placebo verringern kann; beim Erbrechen war der Effekt nicht deutlich. Einen Versuch ist es wert, in Rücksprache mit deiner Hebamme, wenn du Kapseln nehmen willst.

Warum ist mir vor allem übel, wenn ich lange nichts gegessen habe?

Ein leerer Magen und ein sinkender Blutzucker gehen bei vielen Frauen mit mehr Übelkeit einher. Kleine Portionen mit Eiweiß, über den Tag verteilt, halten deinen Blutzucker ruhiger; viele Frauen merken davon direkt einen Unterschied.

Darf ich Pfefferminzöl gegen Übelkeit benutzen?

Ja. Pfefferminze zu riechen oder zu vernebeln ist in der Schwangerschaft sicher, und gerade bei Übelkeit erleben viele Frauen den frischen Minzduft als Erleichterung. Wähle, was deiner Nase guttut: für die eine ist das Minze, für die andere Zitrone. Die vollständige Erklärung pro Öl steht im kostenlosen Guide auf your-good-life.de/schwanger.

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Mehr über Essen, Düfte und das erste Trimester findest du in „Natürlich im Gleichgewicht in der Schwangerschaft“, dem Buch, das ich zusammen mit Hebamme Petra Lomartire geschrieben habe. Den kostenlosen Guide und das Buch findest du auf your-good-life.de/schwanger.

Dieser Blog ist informativ und ersetzt keinen medizinischen Rat. Sprich bei Beschwerden immer mit deiner Hebamme oder Ärztin.

Quellen

Schwanger (oder bald)?

Auf der Schwangerschaftsseite findest du den kostenlosen Guide mit den zehn wichtigsten Ölen, sicheren Verdünnungen und Rezepten pro Phase, plus das Buch, das ich zusammen mit Hebamme Petra Lomartire geschrieben habe.

Zum Guide und zum Buch →oder starte mit dem Guide zu sicheren Ölen

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