Es gibt einen Moment, den fast jede schwangere Frau kennt, die ätherische Öle liebt. Du stehst vor deinem Ölregal, deine Hand geht automatisch zu dem Fläschchen, das du seit Jahren nimmst, und auf halbem Weg bleibt diese Hand stehen. Darf ich das jetzt eigentlich noch?
Gute Frage. Und die ehrliche Antwort ist beruhigender, als die meisten Listen im Internet vermuten lassen: Vieles darfst du einfach weiter benutzen, ein paar Dinge machst du bewusst anders, und eine kleine Gruppe Öle stellst du für neun Monate ganz nach hinten in den Schrank.
Warum dein Körper jetzt einen anderen Umgang braucht
In der Schwangerschaft verändert sich so ziemlich alles: Deine Haut wird empfindlicher, dein Geruchssinn steht auf scharf (der Geruch des Kühlschranks kann plötzlich eine ganze Geschichte sein), und alles, was du aufnimmst, teilst du in gewissem Maße mit deinem Kind. Aromatherapie muss deshalb nicht aus dem Haus. Du wechselst nur von „schön großzügig“ zu „bewusst und verdünnt“. Denk an den Unterschied zwischen einer Familienpizza und einer guten Vorspeise: dasselbe Vergnügen, andere Portion.
Die vier Faustregeln
Diese vier Regeln sind die Grundlage von allem, was ich über dieses Thema geschrieben habe, und sie kommen direkt aus der Praxis, auch aus der von Hebamme Petra Lomartire, mit der ich das Buch über diese Zeit gemacht habe.
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Verdünnen ist die Norm. Auf der Haut benutzt du in der Schwangerschaft immer ein Trägeröl, etwa fraktioniertes Kokosöl, und eine niedrigere Dosierung, als du gewohnt bist. Ein bis zwei Tropfen auf eine ordentliche Menge Trägeröl reichen wirklich.
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Der Diffuser ist dein Freund. Vernebeln ist in der Schwangerschaft die sanfteste Anwendung: kurze Runden, ein paar Tropfen, Fenster einen Spalt offen. So genießt du das Aroma, ohne deine Haut zu belasten.
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Das erste Trimester: weniger ist mehr. Gerade in den Wochen, in denen dein Körper die allergrößte Arbeit leistet, bist du besonders zurückhaltend. Viele Frauen merken, dass ihre Nase das von selbst regelt; was gestern herrlich war, kann heute zu viel sein. Hör darauf.
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Wenn du zweifelst, frag nach. Bei deiner Hebamme, deiner Gynäkologin oder einer Fachperson, die deine Situation kennt. Das ist keine Formalität am Ende eines Blogs, sondern genau das, was Petra und ich selbst auch tun.
Was sehr wohl geht
Eine sanfte, gut verdünnte Massage für deinen unteren Rücken. Ein Roll-on mit einer beruhigenden Mischung, die du an einem vollen Tag aufs Handgelenk rollst und ruhig einatmest. Lavendel im Diffuser, wenn der Abend beginnt. Zitrusdüfte am Morgen, wenn der Tag noch in Gang kommen muss. Im Buch steht pro Öl ausgearbeitet, was du damit machst, wie du verdünnst und in welchem Trimester, mit der Verdünnungstabelle, in der die Schwangerschaftszeile hervorgehoben ist.
Was du besser stehen lässt
Es gibt eine Gruppe Öle, die kräftig ankommen; im Fach heißen sie „heiße Öle“, mit Oregano als bekanntestem Beispiel. Die gehören in der Schwangerschaft nicht auf deine Haut und besser auch nicht in deine Routine; heb dir dieses Geschütz für eine andere Saison deines Lebens auf. Auch bei Pfefferminze gibt es einen Grund, kurz aufzupassen, vor allem Richtung Stillzeit und bei kleinen Kindern. Und alles, was du einnimmst: in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit deiner Hebamme oder Ärztin, wie natürlich das Etikett auch aussieht. Natürlich heißt wirksam, und wirksam verdient Respekt.
Die vollständige Liste der Öle, einschließlich dem, was du pro Trimester machst und lässt, steht im kostenlosen Guide auf dieser Seite: your-good-life.de/schwanger
Häufige Fragen
Darf ich Lavendel in der Schwangerschaft benutzen?
Lavendel gilt als eine der sanftesten Möglichkeiten und wird in der Hebammenpraxis viel eingesetzt, im Diffuser oder gut verdünnt auf der Haut. Halte die Dosierung niedrig und wähle, was sich angenehm anfühlt; deine Nase ist in der Schwangerschaft eine ausgezeichnete Beraterin.
Darf ich meinen Diffuser jeden Tag anmachen?
Kurze Runden von einer Viertelstunde bis einer halben Stunde, ein paar Tropfen, und ein Raum, den du lüften kannst: So benutzen die meisten Frauen ihren Diffuser durch die ganze Schwangerschaft. Wenn ein Duft dir zuwider ist oder Kopfschmerzen macht, ist das dein Signal zu pausieren oder zu wechseln.
Welche Öle sollte ich wirklich meiden?
Die „heißen“ Öle wie Oregano gehören in der Schwangerschaft nicht auf die Haut, und einnehmen solltest du gar kein Öl ohne Rücksprache mit deiner Hebamme oder Ärztin. Die komplette Liste pro Öl findest du im Guide und im Buch.
Weiterlesen
- Übelkeit im ersten Trimester: Was hilft auf natürliche Weise?
- Babymassage: Welches Öl nimmst du, und ab wann?
Über dieses Thema habe ich zusammen mit Hebamme Petra Lomartire das Buch „Natürlich im Gleichgewicht in der Schwangerschaft“ geschrieben: über 40 Kapitel zu Schwangerschaft, Geburt und den ersten Monaten, mit Quellen dabei, damit du selbst nachlesen kannst, woher etwas kommt. Das Buch und den kostenlosen Guide findest du auf your-good-life.de/schwanger.
Dieser Blog ist informativ und ersetzt keinen medizinischen Rat. Sprich bei Fragen immer mit deiner Hebamme oder Ärztin.